Bewertung aktueller Entwicklungen der sozialpsychiatrischen Versorgung
auf Basis des Capabilities-Approaches und der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
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Teilprojekt B

Titel

Stellenwert und Perspektiven des Einbezugs von Peersupport in verschiedene Segmente der Versorgung von psychisch erkrankten Menschen

Federführend

Prof. Dr. Thomas Bock / Dr. Candelaria Mahlke

Inhalt

Die aktive Beteiligung Psychiatrieerfahrener in der Versorgung insbesondere benachteiligter Patientengruppen sowie in der Entwicklung und Durchführung von Forschungsvorhaben hat das Ziel, die Autonomie und Inklusion benachteiligter Gruppen zu steigern sowie soziale Gerechtigkeit und Gleichbehandlung zu fördern. Inzwischen haben sich die Einsatzorte von Peerarbeit nicht nur im klinischen Bereich weiterverbreitet. Deshalb soll nun eine breitere Bestandsaufnahme von Peer-Arbeit in unterschiedlichen Settings und Rollen folgen. Neu einbezogen werden vor allem die Leistungserbringer der ambulanten Sozialpsychiatrie (ASP), der Integrierten Versorgung (SGB V) und der stationäre Eingliederungshilfe (SGB XII).

Ziel ist zunächst eine Übersicht, welche Träger der Integrierten Versorgung (SGB V) und der Eingliederungshilfe (SGB XII) Peer-Begleitung anbieten und in welcher Form diese in den einzelnen Einrichtungen angeboten wird. Anhand dieser Ergebnisse soll die Resonanz auf Peerarbeit und die Erfahrungen mit Peer-Begleitung in den einzelnen Einrichtungen aus Nutzer-, Mitarbeiter- und Perspektive der Peers selbst analysiert werden. Nach den Erfahrungen aus vorherigen Projekten und entsprechend des theoretischen Hintergrunds des Forschungsverbunds sollen für alle drei Perspektiven ähnliche Zielvariablen gelten. Bei Nutzer_innen und Mitarbeiter_innen wird anhand leitfaden-geführter Interviews und Fokusgruppen untersucht, ob sich die Akzeptanz des neuen Peer-Angebots sowie das Zutrauen hinsichtlich Teilhabe und Selbstwirksamkeit der Betroffenen bzw. die eigene Stigmatisierungs-Tendenz verbessern. Auf Basis der Datenerhebung im Teilprojekt A soll ferner der Effekt von ASP-Einrichtungen mit und ohne Peerarbeit auf die Nutzer_innen verglichen werden.

Im letzten Untersuchungsabschnitt rücken Fragen in den Vordergrund, die sich sowohl aus der Psychenet-Erhebung, als auch aus dem Hintergrund des Gesamtprojekts ergeben und in Pilotprojekten untersucht werden sollen: Gelingt es mit Peerarbeit auch in der Eingliederungshilfe Menschen zu erreichen, die sonst schwer zu erreichen sind oder womöglich gar nicht das Versorgungssystem nutzen? Kann Peerarbeit in dem Zusammenhang auch drohenden Zwangsmaßnahmen entgegenwirken? Wie ist die Akzeptanz Peer-geleiteten Recovery-Gruppen, als mögliche Alternative zur klassischen Psychoedukation?

Grafik
Studiendesign von Teilprojekt B